Südgarten (Minami Shin’en)
Meiji-Zeit
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Garten der höfischen Kultur
die Eleganz vergangener Zeiten widerspiegelnd
Der Südgarten, oder Minami Shin'en, ist ein klassischer Wandelgarten im Stil der Heian-Zeit (794–1185). Der Spaziergang beginnt bei einem Kirschbaumhain. Die doppelblättrige Trauerkirsche namens Yaebeni-Shidare blüht hier Mitte April. Die Blütenstände weisen einen wesentlich tieferen Rosaton auf als die Somei-Yoshino-Kirsche, die in Japan die beliebteste Kirschbaumart ist.



Viele der Pflanzen und Blumen in diesem Garten wurden ausgewählt, weil sie in berühmten literarischen Werken und der klassischen Dichtung der Heian-Zeit vorkommen. Es gibt keinen festgelegten Weg durch den Garten, da die Wege in Wandelgärten zum Herumspazieren angelegt sind. Die Pflanzen und Bäume sind dicht beieinander gepflanzt, um geschlossene Räume zu schaffen, und ein kleiner Bach fließt durch das Gelände. In der Heian-Zeit nutzte der Adel solche Gärten für künstlerische Inspiration, zum Nachzudenken, zur Entspannung oder für vertraute Gespräche mit Gästen.




Heian-Zeit
Die Heian-Zeit währte etwa 400 Jahre. Beginnend mit der Verlegung der Hauptstadt durch Kaiser Kanmu im Jahr 794 endete sie mit der Gründung des Kamakura-Shogunats im Jahr 1185. Die zentrale Verwaltung lag in Heian-kyo (dem heutigen Kyoto). Dieser Zeitraum wird üblicherweise in drei Abschnitte unterteilt: die frühe, mittlere und späte Heian-Zeit. Das heißt, die Zeit der Wiederbelebung des politischen Systems auf der Grundlage des Ritsuryo-Kodex, die Zeit der Regenten und die Insei-Zeit (mit Regierung durch Kaiser im Ruhestand). (Am Ende der späten Heian-Zeit herrschte der Taira-Klan.) Man nennt diese Zeit auch die Zeit des Heian-Kaiserhofs.
Die Geschichte von Genji (Genji Monogatari)
Dieses epische Werk mit 54 Bänden wurde von Murasaki Shikibu (973?–1014?) in der mittleren Heian-Zeit (794–1185) verfasst. Die Erzählung schildert den extravaganten Lebensstil und die Liebesaffären der Hauptfigur Genji und seiner Nachkommen. Aufgrund seiner detaillierten Struktur und der Darstellung menschlicher Emotionen wurde das Werk als „ältester Roman der Welt“ bezeichnet und hat die japanische Kultur nachhaltig geprägt.
Das Kopfkissenbuch (Makura no sōshi)
Diese Essay-Sammlung wurde von Sei Shōnagon (966?–1017?) in der mittleren Heian-Zeit (794–1185) verfasst. Mit scharfsinnigen Beobachtungen und einem geistreichen Schreibstil schildert sie das Umfeld und die Alltagserfahrungen des Lebens am Kaiserhof. Das Kopfkissenbuch verkörpert den ästhetischen Sinn von okashi, ein klassisches japanisches Wort mit vielfältigen Bedeutungen, darunter „humorvoll“ und „schön“. Dieses Werk hatte einen enormen Einfluss auf Essay-Kompositionen nachfolgender Generationen.
Kokin-waka-shū-Gedichtanthologie
Dies ist die erste vom japanischen Kaiser in Auftrag gegebene Gedichtanthologie. Die Gedichte wurden auf Erlass von Kaiser Daigo (884–930) in der frühen Heian-Zeit (794–1185) zusammengestellt. Mit den insgesamt 20 Bänden und 1111 Gedichten etablierte die Kokin-waka-shū mehrere Genres und Stile von waka-Poesie. Die Anthologie hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Dichtung nachfolgender Generationen sowie auf die Blüte der einheimischen japanischen Kultur der mittleren bis späten Heian-Zeit.
Die Ise-Geschichten
Die Ise-Geschichten aus der frühen Heian-Zeit (794–1185), deren Autor unbekannt ist, sind eine Sammlung von Erzählungen und Gedichten mit Schwerpunkt auf waka-Gedichten. Der Protagonist ist ein namenloser Mann, der vermutlich auf dem Dichter Ariwara no Narihira (825–880) basiert, und das Werk schildert eindrucksvoll Themen von der Liebe bis zum Reisen. Die Ise-Geschichten hatten einen großen Einfluss auf die Erzählliteratur nachfolgender Generationen.
Die Geschichte vom Bambussammler
Diese Erzählung aus der frühen Heian-Zeit (794–1185), deren Autor unbekannt ist, zählt zu den ältesten Erzählungen Japans. Eine weitere frühe japanische Erzählung, Die Geschichte von Genji bezeichnet sie sogar als „die erste Geschichte“. Die Geschichte vom Bambussammler gilt als eines der ersten Beispiele für monogatari (japanische Erzählliteratur).
Yarimizu-Bach
Mit dieser Technik wurde in der Heian-Zeit (794–1185) in shinden-zukuri-Gärten ein flacher Wasserlauf angelegt, der in einen Teich mündet. Der durch den Garten mäandernde Bach wurde selbst zum landschaftlichen Element. Der mäandernde Bach wurde oft von Steinbrücken akzentuiert.
Nosuji-Gartenstil
Diese expressive Landschaftstechnik wurde in der Heian-Zeit (794–1185) in shinden-zukuri-Gärten verwendet. Sanfte, gürtelförmige Wellen wurden in den Boden eingearbeitet und Pflanzen und Steine so angeordnet, dass sie Feldern und gewundenen Pfaden ähnelten.
Kaiser Kōmei
Kaiser Kōmei (1831–1867) war der 121. Kaiser von Japan. Er regierte von 1846 bis 1867. Während des politischen Chaos am Ende der Edo-Zeit (1603–1867) betete er unaufhörlich für den Frieden und das Wohlergehen des Landes und seiner Bevölkerung. Er trug außerdem maßgeblich zur Meiji-Restauration bei, die Japan modernisierte. Seit 1940 wird er im Heian-jingu-Schrein verehrt, gemeinsam mit Kaiser Kanmu (735–806), der die Verlegung der kaiserlichen Hauptstadt nach Heian veranlasste.
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